Sonntag, 11. Februar 2007

Melissas Tagebuch vom 11.2.07

heute ist sonntag und ich bin mit meiner familie in die baptisten gemeinde gegangen; ich selber bin katholisch . (Anmerkung der Redaktion: Zum Verstaendnis des Folgenden muss man wissen, dass Melissa in einer schwarzen Baptisten-Gemeinde war.)
es ist nicht ein einfacher gottesdienst wie wir ihn alle kennen...
schon als wir reinkamen wurde jeder einzelnd begruesst und der pastor und einige leute aus dem chor haben gospels gesungen.
als alle sich hingesetzt haben, hat der pastor einen ausschnitt aus der bibel vorgelesen.
das ging ca.10min lang und das war die einzige zeit in der alle leute in der gemeinde ruhig waren (also weder gesungen noch getanzt haben)
danach sind alle kleinen kinder aus der gemeinde nach vorne gekommen und der pastor hat ihnen fragen ueber den valentinstag gestellt. die antworten von den kleinen kindern waren sehr suess und lustig. nachdem sie alle fragen beantwortet haben, bekamen sie einige suessigkeiten und gingen zurueck auf ihre plaetze.
und alle anderen leute haben geklatscht, was mich gewundert hat, weil ich das so nicht kenne.
gleich danach haben einige leute, die vorne standen wieder gesungen und getanzt.
auch der abschied war sehr nett, da sich der pastor an der tuer von jedem einzelnen verabschiedet hat.

mir hat das alles sehr gefallen, es ist aber wirklich ganzzz anders als in unseren kirchen, es ist alles viel lockerer und es macht auch grossen spass zuzugucken und zuzuhoeren .

Bilder











Auf speziellen Wunsch und weil hier heute noch Sonntag ist, gibt es noch ein paar Bilder...

Das Piktogramm ganz oben stammt übrigens von der Eingangstür der MHS... es besteht also kein Grund zur Sorge.. ;-)

Wochenende


Es ist Wochende und anscheinend sind die Aktivitäten der host-families so spannend, dass keiner zum Schreiben kommt. Jedenfalls sind die verabredeten Berichte nicht da... bevor sich jetzt jemand hier im blog langweilt oder sich gar Sorgen macht, können wir einmal die Frage beantworten, was Lehrer am WE machen.

Am Freitag abend waren Mrs Acker (die jetzt liebend gern auf die Anrede "Ma'm" hört... ich könnte mich aber auch an die Anrede "Sir" gewöhnen...) und ich zusammen mit Mrs Robert bei einem Blues Konzert. Nach der schon sehr guten Vorgruppe kam dann der "top-act": Ein netter älterer Herr von 64 Jahren, der ohne wirkliche Pause roundabout vier Stunden auf der Bühne stand. Höhepunkt für uns war ein Lied, das Schüler ermutigen soll zur Schule zu gehen... wir bringen die für uns signierte CD mit, hätte das Zeug für eine Tellkampfhymne.

Für den Geschichtslehrer gab es einen Ausflug nach Abbeville, quasi Geburts- und Sterbeort der Konföderation (siehe Bild). Hier wurde der erste Text einer Unabhängigkeitserklärung gegen die yankees verlesen und ebenfalls hier erklärte des Kriegskabinett von Jefferson Davis das Ende der Kriegshandlungen. Gleichfalls in Abbeville konnte ich die Bekanntschaft des Bürgermeisters der Gemeinde von Ware Shoals machen, der mir sichtlich erfreut seine Visitenkarte überreichte...

Gut, der Abend beim Seniorentanz im Golfklub war etwas gewöhnungsbedürftig, hat mir aber eine Einladung zu einem deutschen BMW-Mitarbeiter eingebracht. (BMW hat ein großes Werk in Spartanburg.)
Sehr interessant war auch noch ein längeres Gespräch über die derzeitige Außen- und Innenpolitik der USA. Mein amerikanischer Gesprächspartner verglich das Verhalten der Amerikaner bei Wahlen mit der Wahl einer Hausbank. Man gibt sein Geld dort ab und erwartet steigende Einnahmen, ohne sich weiter darum kümmern zu müssen. Funktioniert das nicht, so wird die Bank gewechselt...

Sonntag morgen ist selbstverständlich Kirchgang angesagt und da Mrs Roberts Familie ebenfalls katholisch ist, geht es zur kath. Kirche in Taylors. Natürlich geht es auch hier ein paar Nummern größer zu, die Pfarrkirche hat das Ausmaß einer mittleren Kathedrale. Dafür gehört der Pfarrer eher der konservativeren Richtung an. Interessant war auch das Angebot eines Kurses für "natürliche Familienplanung" für junge Brautleute, wie hoch wohl die Beteiligung in Deutschland wäre...?

Die Nachrichten von Kollegin Acker klingen auch beruhigend, sie hat den Versuch überlebt, selbst eine Cessna über Greenville zu fliegen...

Morgen steht der field trip nach Atlanta auf dem Programm, also nicht unruhig werden, wenn die Berichte auf sich warten lassen.

Vielen Dank vor allem noch an unsere Kommentar-poster aus Deutschland!