Nachtrag: Unser Ausflug nach Charleston

Janni





It’s time to fly
15.2.06 715 am, zu Hause.
Die Frisur sitzt, ich dufte.
Ein Tag, der nie enden will und schrecklicher denn je werden soll, nimmt seinen Lauf.
Ich bin vor einer halben Stunde aufgestanden, befinde mich gerade in einer Trance und denke darüber nach, wie der Tag und der bevorstehende Flug verlaufen wird, während ich mir ein Stück Pizza reinschmiere. Ich befürchte Schlimmes, da meine Hosts mir erklärt hatten, dass ein Blizzard in Washington gewütet hatte. ,,Das wird schon klappen, Mrs A. und Mr Q. hatten schon für den Hinflug Schlimmes voraus gesagt und alles war super gelaufen“, dachte ich…
15.2.06 530 pm, Greenville/Spartanburg Airport.
Die Frisur sitzt, ich rieche gut.
Nach einem rührenden Abschied bei den Gasteltern, stehe ich am Check-in Schalter in einer Horde heulender Mädchen. Mrs A. und Mr Q. diskutieren hektisch am Schalter mit dem Ergebnis, dass wir nach Washington fliegen und dort weiter sehen, ein fataler Fehler wie sich später herausstellen wird.
Nach 5maligem Durchzählen betreten wir die Wartehalle, wo wir nun 1:30 Minuten warten werden, gut versorgt mit Pizza und Softdrinks von Mrs Robert.
15.2.06 745pm, Wartehalle -> Sicherheitskontrolle:
Die Frisur sitzt, ich rieche immer noch gut.
Ich sitze gelassen auf einer der Wartehallenbänke, als plötzlich der Befehl von Mrs A. kommt: ,, Trommelt die gesamte Gruppe ein, wir müssen zur Sicherheitskontrolle, die schließt um 830pm. Nach 5 min haben wir die Gruppe zusammen, durchzählen und auf zur Sicherheitskontrolle. Ich habe noch Bedenken, ob ich meinen Kugelschreiber mit durch die Kontrolle bekomme, oder ob sie mich als potenziellen Mörder einstufen, ich schmeiße ihn also weg. Angekommen bei der Kontrolle schmeiße ich alles, was ich dabei habe, in die Box + meinen Gürtel, der bisher jedes mal das Piepen verursacht hatte, den Fehler wollte ich nicht noch einmal begehen.
15.2.06 815pm, Wartehalle die Zweite:
Die Frisur sitzt, ich rieche immer noch angemessen.
Mrs A. und Mr Q. klären uns auf, dass wir vermutlich bis 930pm auf unseren Flieger warten müssen, da er Verspätung hätte. Kurzer Hand organisieren Percy, Marcel, Janni und ich eine Pokerrunde. Und nach einer kurzen Diskussion, welches Poker denn nun das populärere wäre und in welche Richtung, und wem man die erste Karte gäbe, fingen wir an zu zocken.
Nach etwa 20 gespielten Händen meinte Mr Q. zu wissen, dass das Flugzeug gelandet sei und wir unsere Pokersachen nun bitte einpacken sollten, was wir gemächlich taten.
30 Minuten später war das Flugzeug gelandet und wir stiegen wütend auf Mr Q. ein, ich glaube das nennt man weibliche Intuition…
15.2.06 1115pm, Washington Airport die erste Nacht.
Die Frisur sitzt, ich rieche immer noch angemessen.
Nach der Landung am Washington Airport machten wir es uns am Gate C26 in der Nähe des sogenannten ``Custumer service centers`` bequem, mit dem Befehl zu schlafen, dem der Großteil auch nachkam.
Es gab allerdings eine Gruppe Aufständiger von 5 Leuten, darunter ich.
Wir dachten uns: „Haha, wir sind doch nicht blöd, wir bleiben die Nacht über wach und schlafen dann morgen im Flieger.“
Um ca. 1230am kam Mr Q. zu uns und forderte das Einstellen des Lachens, (Anmerkung der Redaktion: Damit diejenigen, die schlafen wollten, dies auch ungestört tun konnten...) wir protestierten und zogen um in die hinterste Ecke, wo kein Mensch war; später legte sich Mrs A. in unsere Nähe, die vorher 3 Stunden am ``Custumer service center`` angestanden hatte, um Stand-by Tickets für den nächsten Tag zu organisieren. Wir, die Aufständigen, waren uns unserer Pflicht bewusst und wurden schlagartig leiser, waren aber Mrs A’s Meinung nach trotzdem zu laut. Irgendwann um 400am muss ich auch eingeschlafen sein, und ich wachte um 700am wieder auf.
16.2.06 830am, Washington Airport der Umzug.
Die Frisur geht noch, ich rieche O.K.
Mrs A. und Mr Q. ließen uns jetzt die Sachen packen , um mit uns zum weit weniger kuscheligen Gate C1-C2 um zuziehen, wo unsere Flieger täglich ab 500pm gehen würden.
Also nur noch 8 std. 30min. bis zum ersten Flieger nach Frankfurt. Mr Q. versuchte uns den Ernst der Lage klar zumachen und beauftragte uns so viele Plätze des Warteraums wie möglich zu besetzen. Also besetzten wir ca. den halben.
Und um ca 1100am begann Helena mit ein paar anderen Mädchen so viele Kissen und Decken zu stehlen wie möglich, da es United Airlines nicht für nötig hielt uns welche auszuhändigen, mussten wir bereits benutzte klauen. Den Rest der Zeit haben wir uns mit Unterhaltungen, Klogängen, Essen und Schlafen vertrieben. Ich bin irgendwann um 600pm eingeschlafen und als ich um 930pm aufgewacht bin, war der Warteraum unheimlich leer, ich machte mir schon Gedanken, wo der Rest der Gruppe hin verschwunden war, als ich Mrs A.‘s Stimme wahrnahm. ,,Robert, räum‘ doch auch mal deinen Müll auf!“, ich hebe den Kopf und muss sie ziemlich verpeilt angeguckt haben, darauf wendete ich meinen Blick nach links und fragte Percy: „Wo isn‘ Q. und die ganzen anderen Rabauken?“, Percy machte mir klar, dass Q. schon mit den Anderen geflogen sei, und ich jetzt bitte meinen Müll aufheben soll. Also begann ich den Müll aufzuheben und dabei erklärte mir Percy, dass er mich geweckt hatte um zu fragen, ob es mir schlecht ginge und ich mit fliegen müsse, meine Antwort darauf war wohl ein klares :,,Halt die Fresse! Ich will schlafen“. A-Team und Q-Team waren entstanden.
Jetzt hatten wir nur noch die Chance auf einen Flieger an diesem Abend, der um 1230pm abheben sollte, wir bekamen ihn natürlich nicht. Also eine weitere Nacht am Flughafen.
16.2.06 1230am, Washington Airport ``Custumer service center`` und die zweite Nacht.
Die Frisur sitzt nicht mehr, ich miefe.
Mrs A. stapft wieder zum ``Custumer (service) center`` um Tickets für den nächsten Tag zu ergattern, und evtl. Hotelzimmer zu bekommen. Ohne Erfolg! Marcel und ich hatten mit ihr bis 200am in der Schlange gestanden, bis sie uns schlafen geschickt hat. Um 300am ist sie an die Reihe gekommen und ihr wurde mitgeteilt, dass gleich geschlossen werde, allerdings bekam sie noch eine Viertelstunde. Ihr wurde erklärt, dass das center wieder um 530am öffnete und sie dann ja nochmal wiederkommen könne. Mrs A. stand auch um 530am auf der Matte, doch es war kein Mitarbeiter in Sicht, nach einem Tipp von einem Mitarbeiter, den sie am Sorgen-Telefon erreicht hatte, ging sie dann zum Main-Terminal, wo uns dann endlich geholfen wurde; wir bekamen Stand-by Tickets für heute. Als Percy, Marcel und ich um 1030am ihr entgegen gehen wollten, kam sie uns entgegen mit einer halbwegs lachenden Miene, uns war klar, irgendetwas war gut gelaufen.
16.2.06 1100am, Washington Airport: ,,Ihr müsst auch mal was anderes sehn‘!“:
Die Frisur zerfleddert, ich rieche gut.
Nachdem ich zum erstenmal mein Deo eingesetzt hatte, was dringend nötig war, meinte Mrs A. :,, Ihr müsst auch nochmal was anderes sehn, geht doch mal zu den anderen Gates, und guckt, was es da so zu essen gibt!“ Wie gesagt, so getan.
Percy, Marcel und ich ziehen kurzerhand los mit dem Auftrag “bringt Creme mit“.
Nach zwei Fahrten mit dem Shuttlebus endet unsere Reise bei Gate B, wo wir die gewünschte Creme finden, aber nichts für uns. Also mit dem Shuttle zurück zu Gate C, um die Creme zu überreichen, mit der sich dann auch alle feierlich einrieben.
16.2.06 1400pm, vielleicht der rettende Einfall?!
…naja
Mrs A. war gerade in die Phase ``Schwachsinn reden`` eingetreten, als mir die schwachsinnige Idee kommt: Aus Langeweile und aus Interesse an der Reaktion der Reisenden begann ich Schilder zu schreiben wie : „We are hungry“, „We are waiting since 2 days“, „Donate, please“, „HELP!“, „It’s time to fly !“ und „We even take Buissnes seats“, alle überlegten mit und ich hatte das erste Mal an diesem Airport das Gefühl etwas beeinflussen zu können. Später kamen drei nette Amerikaner zu uns und spendeten Obst und Nüsse, was ich sehr süß fand. Als sich dann später die Schlangen zum Boarden des Frankfurt-Fluges bildeten, zeigten die Stewardessen und Stewards auf unsere Schilder und es sah aus, als ob sie darüber diskutierten. Dann um 1830pm rief ein Mann Mrs A. an den Schalter, um ihr in einem ernsten Ton mitzuteilen: „Wir geben Ihnen die 10 Tickets nach Frankfurt, aber nehmen Sie die Schilder ab!“.
17.2.06 700am (MEZ), Deutscher Boden und der nächste Schreck
…nicht der Rede wert
Wir landen in Frankfurt und stürmen zum Kartenschalter von United Airlines um unsere Frankfurt-Hannover Tickets umzubuchen und abzuholen. Am Schalter angekommen und der United Airlines Mitarbeiterin das Problem erklärt, sagt die :,, Ja da müssen Sie schon zu Lufthansa gehen“…
Also los zu Lufthansa, wo sich zwei Mitarbeiterinnen rührend um uns kümmern, wir haben die Tickets innerhalb von 30min. Mrs A. schickt uns alle nochmal zu den Toiletten, und dann gehen wir gelassen zum Gate A 26, wo unser Flieger gehen soll.
Um 805 am sitzen wir dort immer noch cool am Gate, als Mrs A. von einer der Lufthansa-Mitarbeiterrinen erfährt, dass der Flieger am Gate A 36 geht.
Wir sprinten los, und wir kommen noch rechtzeitig an zum Boarden.
Im Flugzeug versuche ich Mrs A. noch zu einem Absacker zu überreden, aber sie meinte, dass sich unsere Eltern nicht so freuen würden, wenn wir mit einer sturzbesoffenen Lehrerin in Hannover ankommen würden. Ich hätts‘ toll gefunden…
Ich habe zum Abschluss dieses Romans noch ein paar letzte Worte an:
United Airlines: Wir bedanken uns für das zweitägige Unterkommen an Ihren Gates C26 , C1 & C2.
Mrs A. : Danke, dass Sie sich so für uns eingesetzt haben und nicht die gute Laune verloren haben, ich denke, ich spreche im Namen des A-Teams.
Das A-Team: Es waren schöne 24 Stunden mit euch, und vor allem lustige.
Danke an Mr Q. für den Satz: ,,Gib‘ mir noch mal son‘ Skittels aber nicht den Braunen mit dem S drauf, der schmeckt so nach Schokolade.“
Und an den Mann, der uns die Tickets hat drucken lassen: DANKE !!!